Die verstärkte Wechselbeziehung zwischen Disziplinen wie Medienkunst, Sound, Bildersprache, Design und Architektur ist ein Verdienst fortschreitender digitaler Technologie und Kommunikationstechnik. Das Phänomen der Verschmelzung dient als Basis für die Entstehung einer neuen globalen Kultur, geformt von jungen Künstlern, die sich motiviert in Genre-übergreifende Kollaborationen und die Ausarbeitung neuer Medien vertiefen. Sie entwickeln neue, autonome Ausdrucksformen außerhalb traditioneller Wertvorstellungen, die solche Paarungen wie global/lokal, real/virtuell, Schöpfer/Benutzer oder Arbeit/Freizeit nicht als gegensätzliche, sondern angrenzende Werte interpretieren.
MobLab (Engl. "Mobile" + "Laboratory", auch "mob" = Bande, Sippschaft, usw.) ist die Summe einzelner Projekte, welche japanische und deutsche Künstler (MobNauts) von verschiedenen gestalterischen Gebieten in einem mit diversen mobilen Gerätschaften ausgestatteten Bus – gleichzeitig Basisstation und Datenbank – ausarbeiten. Die gemeinsame Busreise wird die "Mobnauten" zwangsläufig zu verschiedenen kreativen Kollaborationen inspirieren. Der Bus wird eine Reihe von Institutionen ansteuern, die jeweils Events mit und um den Bus und seine Passagiere veranstalten. Gleichzeitig haben die MobNauts Gelegenheit zum Austausch mit einheimischen Künstlern und anderen Personen. Die flexible Reiseroute ermöglicht dabei die Ausrichtung spontaner Veranstaltungen, die kurzfristig auf der MobLab Website angekündigt werden.
Der Bus ist für die MobNauts ein gemeinsamer persönlicher Aufenthaltsort, und zugleich ein öffentlicher Raum aus dem Daten um die Welt geschickt werden. Während ihrer Reise durch Japan schaffen die MobNauts Gelegenheiten zum Austausch zwischen verschiedenen Individuen auf realem und virtuellem Boden, wobei sie sich bei jedem Aufenthalt mit anderen örtlichen Gegebenheiten auseinandersetzen müssen. MobLab versteht sich als Laboratorium für praktisches Experimentieren mit einem Aspekt der "Öffentlichkeit", der aus dem besonderen "Live" Charakter der Zusammenkunft von Menschen und Medien entsteht, sowie für Forschung zu weiteren Möglichkeiten die dieser Aspekt mit sich bringt. Das Konzept dynamischer Information, die sich durch Austausch unter einer großen Anzahl von Menschen interaktiv verformt, verhärtet sich gegenwärtig zu einer neuen Schicht der Realität.
"MobLab: Japanisch-Deutsches Medien-Camp 2005"
15. Oktober – 6. November 2005
MobNauts: Daisuke Ishida + Ken Furudate, Exonemo (Yae Akaiwa + Kensuke Sembo),
AGF (Antye Greie), Sven Gareis, Stefan Riekeles
Fahrer: Yosuke Kawamura (Künstler, Mobium Direktor)
Produktionsassistent: Tomonaga Yamaguchi (MobLab)
Stationen der MobLab-Tour und ausrichtende Institutionen(in der Reihenfolge der Ankunft)
IAMAS (Institute of Advanced Media Arts and Sciences + international Academy of Media Arts and Sciences) (Ogaki) / NTT InterCommunication Center [ICC] (Tokyo) /
Fujino workshop for art (Kanagawa) / Yokohama Triennale (Yokohama) /
Sendai Mediatheque (Sendai) / Expo Park, Saito IMI Graduate School (Osaka) /
Yamaguchi Center for Arts and Media [YCAM] (Yamaguchi)